Kinder psychisch erkrankter und / oder suchtkranker Eltern im Spannungsfeld zwischen Prävention und Kindeswohlgefährdung

Kinder psychisch erkrankter und / oder suchtkranker Eltern im Spannungsfeld zwischen Prävention und Kindeswohlgefährdung

→ Kurs-Nr. 230/21

Wann:
24./25.08.2021

 

Anmeldefrist: 22.07.2021

 

Uhrzeit:
10:00 – 17:00 Uhr (1. Tag),
09:00 – 16:00 Uhr (2. Tag)

 

Wo:
Int. Ev. Tagungszentrum,
Wuppertal

 

Kosten:
390,– € (inkl. Tagesverpflegung,
davon 320,- € reine Seminarkosten)
481,- € (inkl. Tagesverpflegung/Übernachtung)

 

Referent*in
Katrin vom Hoff,
Dr. Michael Hipp

 

max. Personen: 15

 

Inhouse: ja

Das Gesundheitswesen, die Jugendhilfe und die Bildungsinstitutionen werden zunehmend von Familien in Anspruch genommen, die sich in Multiproblemlagen befinden. Bei den Eltern lassen sich dabei sehr häufig traumatische Erfahrungen in ihrer eigenen Kindheit wie z.B. emotionale und physische Vernachlässigung, unverarbeitete Beziehungsverluste, Gewalt und/oder sexueller Missbrauch nachweisen. Eine gesicherte Diagnose besteht in den meisten Fällen nicht, entsprechende Abklärungsmaßnahmen werden von den Eltern häufig abgelehnt. Besonderen Belastungen und Gefährdungen sind dabei die minderjährigen Kinder ausgesetzt. Das frühzeitige Erkennen und Einordnen psychischer Verhaltensauffälligkeiten der Eltern und eines begleitenden Suchtmittelmissbrauchs bildet die Voraussetzung dafür, dass den betroffenen Familien geeignete Hilfen zur Verfügung gestellt oder kindeswohlgefährdende Konstellationen erkannt werden können.

 

Zielgruppe
Pädagogische Fachkräfte der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe, Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen

 

Ziel
Die Teilneilnehmenden erhalten einen guten Überblick über erziehungsrelevante Auswirkungen von psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen der Eltern sowie Interventionsstrategien in Bezug auf Prävention und Kinderschutz.

 

Inhalte
Tag 1

  • Beeinträchtigung des Fürsorgeverhaltens d.h. von Feinfühligkeit und Responsivität gegenüber den kindlichen Bedürfnissignalen mit einem erhöhten Risiko der emotionalen Vernachlässigung (Bindungsstörung)
  • Einschränkung der Schutzfähigkeit gegenüber äußeren Gefahren (z.B. gegenüber Unfällen, Gewalt oder sexuellem Missbrauch etc.)
  • Herabsetzung der Verhaltenssteuerung mit einer potenziellen Gefährdung der Kinder durch gewalttätige Impulskontrollverluste
  • Reduktion der Stresstoleranz mit dem erhöhten Risiko von physischer Vernachlässigung der Kinder (Verwahrlosung)
  • Auswirkung des Eltern-Verhalten auf die kindliche Entwicklung und das (Selbst-)Verständnis von Kindern

Tag 2

  • Voraussetzungen einer zielgerichteten und integrierten Kooperation zwischen dem Gesundheitswesen einschließlich Erwachsenen- Kinder-Jugendpsychiatrie, der Kinder- und Jugendhilfe und den Bildungsinstitutionen
  • Traumapädagogische Methoden beim Umgang mit den Eltern mit dem Ziel von Vertrauensaufbau und Ressourcenstärkung im Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle
  • Bindungsförderung zwischen den Eltern und den Kindern
  • Diagnostische und präventive Arbeit mit den Kindern einschließlich einer Einschätzung deren Entwicklungsgefährdung
  • Grenzen von Prävention und Hilfe mit Einleitung von Kinderschutzmaßnahmen
  • Fallarbeit

Online Anmeldung